MCP
(Model Context Protocol)

Das Model Context Protocol von Anthropic klingt wie "der heisse Scheiss". Ich habe seit 1993 noch nie um ein Protokoll so schnell eine so große Community und Akzeptanz entstehen sehen. Was steckt dahinter?

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Was ist MCP?


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MCP ist ein offener Standard von Anthropic: MCP verbindet KI-Modelle mit externen Datenquellen und Tools. Stell Dir vor: Deine KI kann plötzlich sicher und standardisiert auf Datenbanken, Dateien oder APIs zugreifen.

Aus meiner Perspektive ist MCP wie USB-C für KI-Anwendungen: Ein Stecker für alles, Du kannst alle möglichen Geräte anschliessen und alles funktioniert (auch wenn man bei USB 1.0 gerne den Stecker erstmal 3 mal reinstecken musste, bis überhaupt erstmal eine Verbindung zustande kam ...) Und das, ohne eben für jedes System eine eigene Integration zu bauen.

Das Protokoll wurde erst im November 2024 (!) veröffentlicht. Seitdem wird es sehr rege von vielen kleinen und großen Unternehmen genutzt bzw. ist auch schon im produktiven Einsatz. Die Vision des Protokolls: Einmal bauen, überall nutzen (das ist mir persönlich prinzipiell sympatisch, aber seit TCP/IP & SMTP habe ich, was Protokolle angeht, immer einige Fragen: Integrierte Sicherheit ist so eine Frage. Aber dazu später mehr).

Technische Architektur »

MCP » Technische Architektur



MCP nutzt ganz klassisch eine Client-Server-Architektur: Ein MCP-Client (die KI-Anwendung) verbindet sich mit einem oder mehreren MCP-Servern (die Datenquellen). Die reden über JSON-RPC 2.0 miteinander (ich mag JSON-RPC, weil es so herrlich pragmatisch einfach ist).

Die Verbindung läuft entweder lokal (über STDIO = Standard Input Output) oder remote (über HTTP). Das sieht dann so aus:

  • Der Client fragt: "Was kannst Du?"
  • Der Server antwortet: "Hier sind meine Tools und Ressourcen."
  • Dann geht's los.

Das ist schon ziemlich cool: Deine (lokale) KI kann gleichzeitig mit Deiner Datenbank, Deinem Dateisystem, Deiner Website, Slack etc. umgehen: Ein Client, viele unterschiedliche, spezialisierte Server.

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MCP & Ressourcen und Werkzeuge



MCP kennt zwei Hauptkonzepte: Ressourcen und Werkzeuge. Der Unterschied ist simpel. Ressourcen sind Daten, die Du lesen kannst (Dateien, Datenbanktabellen, Dokumente). Werkzeuge sind Aktionen, die etwas tun (E-Mails senden, Code ausführen, APIs aufrufen).

Das Geniale: Das Modell entscheidet selbst, welche Tools es nutzen will. (Natürlich fragt es Dich vorher um Erlaubnis! Ich will auch nicht, dass meine KI einfach wild E-Mails verschickt.)

Resources (Ressourcen) haben eindeutige URIs. Tools (Werkzeuge) haben Namen und Schemas. Beides wird zur Laufzeit entdeckt, keine harte Codierung, alles dynamisch. Das macht es so flexibel.

Sicherheit und Kontrolle »

MCP » Sicherheit und Kontrolle


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MCP hat Sicherheit quasi eingebaut, aber nicht perfekt (welches Protokoll hat das schon?). Der wichtigste Punkt: Du behältst die Kontrolle. Kein Tool wird ohne Deine Erlaubnis ausgeführt, keine Daten werden ohne Deine Zustimmung geladen.

Server können in verschiedenen Scopes laufen: Lokal nur für Dich, im Projekt für alle, global auf Deinem Rechner. Claude Code fragt explizit nach, bevor es Projekt-Server nutzt. (Finde ich gut, denn ich möchte schon wissen, was da auf meinem System rumfummelt.)

Mein Rat: Traue nur Servern, deren Code Du kennst oder zumindest verstehst. Nutze Read-Only wo möglich. Lass destruktive Tools immer bestätigen. Immer!

Praktische Anwendung »

MCP » Praktische Anwendung


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MCP macht KI-Assistenten endlich praktisch nutzbar. Statt nur zu chatten, können sie jetzt wirklich mit Deinen Daten, in Deinen Tools arbeiten. Das verändert aus meiner Sicht alles.

Zum Beispiel: Claude Code zeigt eindrucksvoll, was möglich ist: Es liest Deine Dateien, führt Datenbankabfragen aus, schreibt Code. Alles über MCP koordiniert. Ein Assistent, mehrere spezialisierte Server, unendliche Möglichkeiten.

Du kannst MCP für praktisch alles nutzen: Entwicklung, Datenanalyse, Automatisierung. Der Trick dabei: Klein anfangen, einen Server, eine einfache Aufgaben. Dann Schritt für Schritt ausbauen. (Predige ich ohnehin andauernd und nerve alle damit. :-D )

Ich nutze z. B. für meine eigenen Projekte fast drei dutzend unterschiedliche MCP-Server:

  • Ein automatisches File-Level-Backup, sobald ein KI-System kritische Änderungen an Dateien macht. Der MCP-Server ersetzt Claude Codes interne write und edit Methoden und prüft, "was Sache ist" und entscheidet auf der Basis, ob die Datei zuerst gesichert wird.
  • Ein internes Gedanken-Aufgaben-Doppel-Loop-System, das sowohl mir als auch dem KI-System hilt, jeglichen Gedanken zu reviewen, zu validieren, dann in Form von Aufgaben zu beschreiben, zu zergliedern, zu überwachen und ggf. aus den Aufgaben neue Gedanken und Aufgaben zu strukturieren.
  • ...

MCP vs. andere Integrationen »

MCP » Vergleich mit anderen Integrationen



MCP ist nicht die einzige Möglichkeit, KI-Systeme mit externen Systemen zu verbinden. REST APIs, GraphQL, Webhooks: All das gibt es schon lange und es funktioniert. Aber MCP macht vieles einfacher.

Der Hauptunterschied: Bei REST musst Du für jede KI eine eigene Integration bauen. Bei MCP baust Du einmal einen Server und alle kompatiblen KI-Systeme können ihn nutzen. Das spart sehr viel Zeit.

Aus meiner Sicht ist MCP wie der USB-Standard der KI-Welt: Vorher hatte jeder Hersteller seinen eigenen Stecker, jetzt gibt's einen Standard.

Best Practices »

MCP » Best Practices



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Nach einigen Monaten mit MCP habe ich gelernt: Einfachheit schlägt Komplexität. Immer. Fang klein an (ein Server, ein Anwendungsfall), dokumentiere alles und teste gründlich.

Die wichtigsten Regeln: Nie ohne Protokollierung arbeiten (Du willst wissen, was passiert). Eingaben immer validieren (auch von der KI!). Fehler sauber behandeln (als Ergebnis-Objekte, nicht als Ausnahmen).

Pro-Tipp: Entwickle lokal mit STDIO, stelle später auf HTTP um. Und: Schreib die Dokumentation, während Du entwickelst. Nicht "später". (Das "später" kommt nie.)

Zukunft und Ökosystem »

MCP » Zukunft und Ökosystem



MCP ist erst seit November 2024 da, aber die Entwicklung ist beeindruckend. Über 1.000 Community-Server, große Firmen springen auf, täglich neue Integrationen.

Die Roadmap verspricht: Bessere Authentifizierung, eine zentrale Registry für Server, erweiterte Protokoll-Funktionen. Das Ökosystem wächst schneller als jedes andere Protokoll, das ich kenne.

Aus meiner Sicht wird MCP in 2-3 Jahren Standard für KI-Integrationen sein. Wer jetzt einsteigt, gestaltet die Zukunft mit. (Und hat einen schönen Vorsprung.)

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