Du nutzt Dein KI-Werkzeug seit Wochen und die Ergebnisse sind in Ordnung, aber nicht richtig gut. Der Ton klingt nach Werbeagentur, obwohl Du eine Schreinerei führst. Bei Fachbegriffen aus Deiner Branche versteht die KI nur Bahnhof. Und bei jeder neuen Anfrage musst Du erklären, wer Du bist und was Du brauchst. Du denkst: Kann man die KI nicht einfach auf mein Unternehmen einstellen? Die Antwort: Ja, und es ist einfacher als Du denkst.
Die KI kennt Dein Unternehmen nicht, aber Du kannst es ihr beibringen
Du öffnest das KI-Werkzeug und stellst eine Anfrage. Die KI weiß nicht, dass Du eine Schreinerei mit vier Mitarbeitenden in einer Kleinstadt führst. Sie weiß nicht, dass Deine Kunden Wert auf handwerkliche Tradition legen. Sie weiß nicht, dass Du "Beschlag" sagst und nicht "Hardware". All das musst Du ihr jedes Mal von neuem erklären.
Drei Wege ersparen Dir diese Wiederholung und passen die KI an Dein Unternehmen an. Keiner davon erfordert Programmierung, Fachwissen oder besondere Werkzeuge.
Weg eins: Grundeinstellungen hinterlegen
Du öffnest morgens das KI-Werkzeug und möchtest nicht bei jeder Anfrage erklären, wer Du bist. Die meisten Dienste bieten eine Möglichkeit, Grundinformationen dauerhaft zu hinterlegen.
In den Einstellungen Deines KI-Dienstes findest Du meistens ein Feld für dauerhafte Anweisungen. Dort schreibst Du einmal:
"Ich bin Inhaberin einer Schreinerei mit vier Mitarbeitenden in einer Kleinstadt. Meine Kunden sind Privatleute, die handgefertigte Möbel und Einbauten schätzen. Antworte immer auf Deutsch, im Ton eines erfahrenen Handwerksbetriebs. Vermeide Marketingsprache und englische Fachbegriffe."
Ab jetzt berücksichtigt die KI diesen Zusammenhang bei jeder Anfrage, ohne dass Du ihn wiederholen musst. Du sparst bei jeder Anfrage dreißig Sekunden Erklärungszeit und bekommst Ergebnisse, die besser zu Deinem Unternehmen passen.
Weg zwei: Vorlagen für wiederkehrende Aufgaben
Du schreibst jede Woche Angebote, Auftragsbestätigungen und Rechnungsbegleitschreiben. Jedes Mal formulierst Du die Anweisung an die KI von Grund auf. Das kostet Zeit und führt zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Erstelle für jede wiederkehrende Aufgabe eine Vorlage, die Du immer wieder verwendest:
"Schreibe eine Auftragsbestätigung für [Kundenname]. Auftrag: [Beschreibung]. Liefertermin: [Datum]. Ton: freundlich, verbindlich. Maximal sechs Sätze. Erwähne unsere Werkstattbesichtigung als Angebot."
Die eckigen Klammern füllst Du bei jeder Nutzung mit den aktuellen Angaben aus. Die Vorlage selbst bleibt gleich und liefert jedes Mal ein gleichmäßiges Ergebnis.
Speichere Deine Vorlagen in einer einfachen Textdatei auf Deinem Rechner. Nach einem Monat hast Du zehn bis fünfzehn Vorlagen, die Dir täglich Minuten sparen und die Qualität der Ergebnisse verbessern.
Weg drei: Beispiele als Stilvorlage
Du hast einen bestimmten Schreibstil für Deine Kundenkommunikation. Die KI trifft ihn nicht, weil sie Deinen Stil nicht kennt. Statt den Stil zu beschreiben, zeigst Du ihn.
Sammle drei bis fünf Texte, die Deinen gewünschten Stil gut treffen. Eine gelungene Kundenmail, eine gute Produktbeschreibung, ein überzeugender Angebotstext. Wenn Du die KI um einen neuen Text bittest, gibst Du ein Beispiel mit:
"Schreibe eine Antwort auf diese Kundenanfrage im Stil dieses Beispiels: [Beispieltext einfügen]. Thema: [aktuelle Anfrage]."
Die KI erkennt den Stil aus Deinem Beispiel und übernimmt Tonalität, Satzlänge und Wortwahl. Drei gute Beispiele ersetzen eine halbe Seite Stilbeschreibung.
Für alle, die wirklich mehr wissen und umsetzen möchten ...
Zur KI-Gemeinschaft »Fachbegriffe aus Deiner Branche einbauen
Du arbeitest in einer Branche mit eigener Fachsprache. "Beschlag" statt "Türgriff", "Aufdopplung" statt "Verstärkung", "Gehrung" statt "Schrägschnitt". Die KI kennt diese Begriffe, verwendet sie aber nicht von allein.
Zwei Maßnahmen helfen: In den Grundeinstellungen eine Zeile ergänzen: "Verwende bei Schreinerarbeiten die Fachbegriffe der Branche: Beschlag, Aufdopplung, Gehrung, Furnierung, Massivholz." Die KI übernimmt diese Begriffe in ihre Antworten.
Zusätzlich kannst Du in Deinen Vorlagen die wichtigsten Fachbegriffe einbauen: "Beschreibe das Regal mit den Fachbegriffen der Schreinerei: Korpus, Einlegeboden, Rückwand, Sockelleiste." Je öfter die KI Deine Fachsprache liest, desto natürlicher verwendet sie sie.
Was Du nicht brauchst
Du liest von "Feinabstimmung", "Modelltraining" und "eigenen Trainingsdaten". Für die allermeisten kleinen Unternehmen ist das unnötig. Diese Techniken erfordern Programmierkenntnisse, hunderte bis tausende Beispieldaten und erheblichen Zeitaufwand.
Die drei einfachen Wege, die hier beschrieben werden, decken neunzig Prozent dessen ab, was kleine Unternehmen brauchen. Grundeinstellungen sagen der KI, wer Du bist. Vorlagen sagen ihr, was Du brauchst. Beispiele sagen ihr, wie es klingen soll.
Wenn Du irgendwann an die Grenzen dieser drei Wege stößt, weil Du sehr spezielle Anforderungen hast oder sehr große Textmengen verarbeitest, ist der richtige Zeitpunkt für fortgeschrittene Anpassungen gekommen. Für die meisten Unternehmen kommt dieser Zeitpunkt nie.
In einer Stunde eingerichtet, jeden Tag wirksam
Du willst die Anpassung heute noch umsetzen. Der Aufwand ist gering.
Fünfzehn Minuten: Grundeinstellungen hinterlegen. Wer Du bist, was Dein Unternehmen macht, welchen Ton Du erwartest, welche Fachbegriffe Du verwendest.
Dreißig Minuten: Drei bis fünf Vorlagen für Deine häufigsten Aufgaben erstellen. Angebote, Mails, Bestätigungen. In eine Textdatei speichern.
Fünfzehn Minuten: Drei bis fünf Beispieltexte sammeln, die Deinen gewünschten Stil gut treffen. Ebenfalls speichern.
Insgesamt eine Stunde Einrichtungszeit. Danach liefert die KI bei jeder Anfrage Ergebnisse, die besser zu Deinem Unternehmen passen. Nicht perfekt, aber deutlich näher an dem, was Du brauchst. Und mit jeder Woche verbesserst Du Deine Vorlagen und Beispiele weiter.
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