Bessere Ergebnisse durch klarere Anfragen
Du gibst Deinem KI-System eine Aufgabe: "Schreib mir was über unser neues Produkt." Du bekommst drei Absätze, die nett klingen aber nichts mit Deinem Produkt zu tun haben. Du formulierst um, ergänzt, versuchst es nochmal. Beim vierten Anlauf passt es halbwegs. Vier Anfragen statt einer. Nicht weil das System schlecht ist, sondern weil Deine erste Anfrage dem System keine Chance gegeben hat, die richtige Antwort zu finden.
Warum die Art der Frage wichtiger ist als das Werkzeug
Ein Sprachmodell beantwortet genau die Frage die Du stellst. Nicht die Frage die Du meinst. Wenn Du "Schreib mir was über unser Produkt" sagst, bekommt das System: keinen Kontext, keine Zielgruppe, kein Format, keine Länge. Es rät, und beim Raten macht es Fehler.
Dieselbe Aufgabe, klar formuliert: "Schreibe einen Absatz über unser Produkt MusterWidget für kleine Handwerksbetriebe. Ton: sachlich. Betone die Zeitersparnis bei der Rechnungsstellung. Maximal 80 Wörter." Jetzt weiß das System: Was, für wen, wie und wie lang. Die Antwort trifft beim ersten Versuch.
Vier Bestandteile einer guten Anfrage
Die Aufgabe. Was genau soll das System tun? Nicht "Hilf mir bei einer E-Mail" sondern "Formuliere eine Antwort auf diese Kundenbeschwerde." Je genauer die Aufgabe, desto weniger rät das System.
Der Zusammenhang. Was muss das System wissen, um die Aufgabe zu lösen? Wer ist die Zielgruppe? Was ist der Anlass? Welcher Ton ist angemessen? Ein Sprachmodell hat kein Wissen über Dein Unternehmen. Alles was Du nicht sagst, erfindet es.
Das gewünschte Ergebnis. Soll es eine Liste sein, ein Fließtext, eine Tabelle? Wie lang? Welche Sprache? Wenn Du kein Format vorgibst, wählt das System eines das vielleicht nicht zu Deinem Bedarf passt.
Die Grenzen. Was soll das System nicht tun? "Keine Preise nennen." "Keine Versprechen machen." "Nicht duzen." Grenzen verhindern, dass das System in Richtungen geht die Dir schaden.
Vorlagen sparen mehr als einzelne gute Anfragen
Du hast eine Anfrage gefunden die zuverlässig gute Ergebnisse liefert. Speichere sie. Beim nächsten Mal ersetzt Du nur die veränderlichen Teile: den Kundennamen, das Produkt, den Anlass. Die Grundstruktur bleibt.
Nach einem Monat hast Du eine Sammlung von Vorlagen für die häufigsten Aufgaben: Kundenmail, Angebot, Zusammenfassung, Besprechungsprotokoll. Jede davon trifft beim ersten Versuch, weil sie aus Erfahrung gewachsen ist.
Teile die Vorlagen im Team. Wenn jeder seine eigenen Anfragen formuliert, macht jeder dieselben Fehler. Wenn alle dieselben erprobten Vorlagen nutzen, steigt die Qualität für alle.
Warum Kürze nicht Sparsamkeit ist
Eine kurze Anfrage ist nicht automatisch eine gute Anfrage. "Fasse zusammen" ist kurz aber vage. "Fasse diesen Text in fünf Stichpunkten zusammen. Jeder Stichpunkt ein Satz. Zielgruppe: Geschäftsführung. Weglassen: technische Details." ist länger, spart aber drei Korrekturschleifen.
Die günstigste Anfrage ist nicht die kürzeste, sondern die, die beim ersten Mal das richtige Ergebnis liefert. Jede Korrekturschleife kostet Zeit, und bei kostenpflichtigen Diensten auch Geld.
Für alle, die wirklich mehr wissen und umsetzen möchten ...
Zur KI-Gemeinschaft »Drei Fragen vor jeder Anfrage
Weiß das System genug, um die Aufgabe zu lösen? Wenn nicht, füge den fehlenden Zusammenhang hinzu. Lieber zwei Sätze mehr als eine Korrekturschleife.
Ist klar, wie das Ergebnis aussehen soll? Wenn nicht, nenne Format und Länge. "Drei Stichpunkte" ist klarer als "eine kurze Zusammenfassung".
Könnte das System etwas Falsches oder Schädliches erzeugen? Wenn ja, setze die Grenzen vorher. Das nachträgliche Korrigieren kostet mehr als das vorherige Eingrenzen.