Denkaufgabe
Wenn Du magst, nimm Dir doch mal einen Moment Zeit und schau Deine Organisation mit diesen neuen Augen an:
Reflexionsfragen
- Wo zeigt sich in Deinem Umfeld diese Selbstorganisation, von der ich gesprochen habe?
- Welche informellen Strukturen haben sich bei Euch gebildet, die eigentlich total sinnvoll sind?
- Wo versucht Ihr vielleicht immer noch, lebende Systeme wie Maschinen zu behandeln?
- Welche "Störungen" haben in letzter Zeit zu interessanten Entwicklungen geführt?
Vielleicht entdeckst Du dabei Muster, die Dir vorher nicht aufgefallen sind, oder Du verstehst plötzlich, warum manche gut gemeinte Steuerungsversuche so grandios daneben gehen; und wenn Du richtig Lust hast, kannst Du ja mal überlegen, wie Du künftig mehr mit dem System arbeiten könntest statt dagegen.
Eine kleine Einladung zum Schluss
Es geht wirklich nicht darum, ab morgen alles über den Haufen zu werfen; es geht vielleicht einfach darum, ein bisschen anders hinzuschauen, zu erkennen, wo die Maschinenlogik hilfreich ist und wo sie eher schadet, und dann ganz bewusst zu wählen, welchen Ansatz Du wann verwendest.
Diese Denkaufgabe ist keine einmalige Übung, sondern eine Einladung zu einer neuen Art des Beobachtens. Je öfter Du mit dieser Brille auf Deine Organisation schaust, desto klarer wird möglicherweise, wo lebendige Systeme ihre Kraft entfalten können und wo sie sich gegen maschinenhafte Behandlung wehren.
Beobachtungsexperiment
Nimm Dir für die nächste Woche vor, jeden Tag eine Situation zu notieren, in der Du Selbstorganisation beobachtest. Das kann der informelle Austausch in der Kaffeepause sein, die kreative Problemlösung in einem unstrukturierten Gespräch, oder die Art, wie sich Teams selbst koordinieren, wenn der Plan nicht aufgeht.
Am Ende der Woche schau Dir Deine Notizen an: Was sagt Dir das über die Lebendigkeit Deiner Organisation?
Manchmal ist es verblüffend zu erkennen, wie viel Leben und Intelligenz in Organisationen steckt, wenn wir lernen, genauer hinzusehen. Diese Lebendigkeit zu unterstützen statt zu bekämpfen, könnte einer der wichtigsten Schlüssel für zukunftsfähige Organisationen sein.
{{ebook-footer-nav}}