Ermöglichen statt anordnen
Ein Paradigmenwechsel: weg vom Anordnen hin zum Ermöglichen; der gewohnte Ansatz zu sagen, was getan werden muss, wer es tut und bis wann, stößt in komplexen Situationen oft an seine Grenzen.
Ermöglichen bedeutet, dass man fragt: Was brauchen die Menschen, um ihre Arbeit gut machen zu können? Welche Hindernisse kann ich aus dem Weg räumen? Welche Ressourcen fehlen? Welche Kompetenzen müssen entwickelt werden? Es ist ein fundamentaler Perspektivwechsel von "Ich sage, was zu tun ist" zu "Ich schaffe die Voraussetzungen, damit gute Dinge entstehen können".
Menschen, denen man ermöglicht statt anzuordnen, entwickeln eine ganz andere Energie und Kreativität; sie fühlen sich nicht als Ausführende, sondern als Gestaltende, und die Lösungen, die sie entwickeln, sind oft besser als alles, was man sich hätte ausdenken können.
Ermöglichen in der Praxis
Wenn Du das nächste Mal den Impuls verspürst, jemandem genau zu sagen, was er oder sie tun soll, halte vielleicht kurz inne und frage stattdessen: "Was brauchst Du, um diese Aufgabe gut lösen zu können?" oder "Welche Unterstützung wäre hilfreich?"; Du wirst möglicherweise überrascht sein, wie sich die Dynamik verändert.
Von der Anweisung zur Unterstützung
Der Wechsel von Anordnen zu Ermöglichen verändert die gesamte Führungsbeziehung. Statt als Kontrolleur aufzutreten, wirst Du zum Ermöglicher und Unterstützer. Das erfordert nicht nur andere Methoden, sondern auch eine andere innere Haltung - Vertrauen statt Misstrauen, Neugier statt Besserwisserei.
Die vier Säulen des Ermöglichens
Ressourcen: Stelle die nötigen Mittel zur Verfügung
Kompetenzen: Sorge für Weiterbildung und Entwicklung
Autonomie: Gib Entscheidungsspielräume
Rückendeckung: Schütze vor politischen Spielchen und Störungen
Hindernisse identifizieren und beseitigen
Ein wesentlicher Teil des Ermöglichens besteht darin, systematisch Hindernisse zu identifizieren und zu beseitigen. Das können bürokratische Prozesse sein, fehlende Informationen, unklare Zuständigkeiten oder auch zwischenmenschliche Konflikte, die Energie binden.
Praktische Übung: Der Hindernisse-Check
Führe regelmäßige Gespräche mit Deinem Team: "Was hindert Euch daran, Eure beste Arbeit zu machen?" Sammle die Antworten und arbeite systematisch daran, diese Hindernisse zu beseitigen. Oft sind es kleine Dinge mit großer Wirkung.
Eigenverantwortung fördern
Ermöglichen bedeutet auch, Menschen dabei zu unterstützen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Das geschieht nicht durch Appelle, sondern durch konkrete Strukturen und Prozesse, die Eigenverantwortung belohnen und unterstützen.
Der Ermöglichungseffekt
Teams, denen ermöglicht statt angeordnet wird, entwickeln höhere Motivation, mehr Kreativität und stärkere Problemlösungsfähigkeiten. Sie identifizieren sich stärker mit ihren Aufgaben und gehen proaktiv mit Herausforderungen um.
Die Kunst liegt darin, die richtige Balance zu finden zwischen Unterstützung und Freiraum. Du sollst nicht alle Probleme lösen, sondern Menschen dabei helfen, ihre eigenen Lösungen zu entwickeln. Das macht sie stärker und Dich als Führungskraft effektiver.
{{ebook-footer-nav}}