Libra (Calibra?): Facebooks neue Kryptowährung

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Facebooks Wachstum kommt an Grenzen. Es müssen neue Ideen her. Und eine Idee hat es in sich: Das neue Projekt "Calibra". 

Die Libra soll auf einer sicheren und skalierbaren Blockchain basieren. Das Calibra Projekt wurde entwickelt, damit allen Menschen auf der Welt den gleichen Zugang zu Finanzdienstleistungen haben.

Anfang Januar gab es neue Zahlen von Facebook:

  • Aktivitäten in 200 Ländern
  • Ca. 1,6 Milliarden Menschen nutzen Facebook täglich.
  • Nimmt man Whatsapp und Instagram dazu, benutzen ca. 2,5 Milliarden Menschen dieses Netzwerk.

Das sind sehr viele Menschen - und das Wachstum sinkt, was ja auch irgendwie logisch ist. Also muss ein neues Spielfeld her. Was läge näher, als sich in die globalen Geldströme einzuklinken? Zack: Die Idee für die Libra war geboren! Es ist die Idee einer neuen, globalen Währung. Und die Chancen stehen gut, dass sie schneller und besser auf die Beine kommt, als Initative Q.

US Regierung fordert Facebook auf, das Libra Projekt zu pausieren

Offensichtlich würde die Idee von Facebook doch noch deutlich mehr Bewegung ins Spiel bringen: Mittlerweile hat sich die US Regierung eingeschaltet und fordert eine Pausierung der Überlegungen zum Libra Projekt.

Würde Facebook mit der Libra genauso mächtig wie die EZB/FED?

Facebook agiert über Landesgrenzen hinweg und stellt auf seine eigene Weise einen "digitalen Staat" dar - größer als jeder andere Staat auf der Welt. Wenn Facebook die Idee der Libra umsetzt, werden sicher viele staatliche Aufsichtsbehörden mitreden wollen - immerhin geht es dann um sehr viel Macht, welche in den Händen eines Konzern liegt.

Die Börse jubelt ein bisschen

Die Facebook-Aktie stieg nach der Veröffentlichung von Libra um über 4% (NASDAQ). Insgesamt scheint der Finanzmarkt der neuen Kryptowährung also positiv gegenüber zu stehen.

Risiken? Ach komm, ist doch nur Geld!

Facebook ist, was Verstöße gegen den Datenschutz angeht, nun wirklich kein Kind von Traurigkeit. Dennoch bleiben alle diese Menschen nach wie vor mit dem Netzwerk verbunden. Allerdings stellt sich auch direkt die Frage: "Was passiert, wenn mit Libra dann plötzlich echtes Geld im Spiel ist?" (Ironischerweise möchte ich an dieser Stelle bemerken, dass an dieser Stelle für die meisten Menschen dann wirklich der Spaß aufhört. Davor waren es ja "nur Daten".)

Harte Disruption für konventionelle Geldhäuser ... 

So wie es aussieht, wird es für Geld-Transaktionen mit Calibra vorerst keine Gebühren geben. Und auch keine Wartezeiten, wie man sie von konventionellen Überweisungen kennt. Gleichzeitig bietet Calibra auch einen Käufer- / Verkäufer-Schutz an, um bestimmte Transaktionen wieder rückgängig zu machen - eine Besonderheit, die bisher Paypal auszeichnete.

Wer heute versucht, eine Überweisung rückgängig zu machen (oder eine Kreditkarten-Buchung), der wird schnell an Grenzen stoßen. Da war Paypal in der Vergangenheit deutlich flexibler und beliebter. Kein Wunder, dass die Libra ebenso mit diesen Funktionsprinzipien ausgestattet werden soll.

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