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Tragfähige, robuste und sichere Prozesse mit KI erstellen

Du willst einen Prozess von Grund auf neu bauen: stabil, sicher, mit KI an den richtigen Stellen. Dieser Leitfaden zeigt den Weg für beide Fälle: wenn es schon einen manuellen Ablauf gibt, und wenn es nur eine Idee gibt.

Inhalt

Bestehender Ablauf oder neue Idee

Du willst einen Prozess bauen, in dem auch KI zum Einsatz kommt. Dein Ausgangspunkt entscheidet über den ersten Schritt. Entweder es gibt schon einen Ablauf, den Menschen heute von Hand erledigen. Oder es gibt nur eine Idee, die noch niemand umgesetzt hat. Beide Wege führen zum selben Ziel. Die Wege beginnen an verschiedenen Stellen, und wer sie verwechselt, macht den ersten Schritt am falschen Ort.

bestehender Ablauf zusehen und mitschreiben neue Idee als fachlichen Auftrag aufschreiben hier laufen beide Wege zusammen Auslöser, Ergebnis, erste Regeln das Ziel ein dokumentierter, geprüfter, belegter, betriebsfähiger Prozess

Der Weg aus dem bestehenden Ablauf

Menschen erledigen die Arbeit heute. Diese Leute kennen die Sonderfälle, die Fristen und die Tricks. Dieses Wissen steht in keinem Dokument. Es steckt in ihren Köpfen.

Dein erster Schritt: Zusehen und mitschreiben, mindestens eine Woche lang. Schreib auf, was die Leute wirklich tun, Schritt für Schritt, mit allen Ausnahmen. Das vorhandene Handbuch liest Du später. Wenn Du Gedanken und Ideen für Verbesserungen hast, dann notiere sie Dir still und ohne Kommentar. Jetzt liegt der Fokus ausschließlich darauf, wie es gerade ist. Jede Frage von Dir, die auf eine Verbesserung abzielen würde, würde sofort die weitere Beobachtung des Prozesses stören. (Hintergrund: Menschen, die sich beobachtet oder bewertet fühlen, stellen einen Ablauf oft besser dar, als er ist.)

Der Weg aus der neuen Idee

Hier gibt es keinen Ablauf, dem Du zusehen könntest. Zusehen entfällt.

Dein erster Schritt: Schreib die Idee als fachlichen Auftrag auf. Beantworte dazu diese Fragen:

Schreib die Antworten so auf, dass sie ein Außenstehender versteht, der Deinen Betrieb nicht kennt. Keine Technik nennen, kein Tool nennen. Das kommt später.

Der häufigste Fehler am Anfang

Die Methoden verwechseln. Wer bei einer neuen Idee erst den Ist-Zustand dokumentieren will, hat nichts zu dokumentieren. Wer einen bestehenden Ablauf am Schreibtisch neu erfindet, wirft das Wissen der Leute weg, die ihn heute am Laufen halten. Beide Fehler führen am tatsächlichen Ablauf vorbei.

Wo beide Wege zusammentreffen

Beide Wege treffen am selben Punkt zusammen: Du kennst den Auslöser, das Ergebnis und die ersten Regeln Deiner Sache. Beim bestehenden Ablauf kommen sie aus Deinem Protokoll, bei der neuen Idee aus Deinem Auftrag. Danach ist der Weg bei beiden identisch:

Was am Ende steht

Ein Prozess, der diese Eigenschaften mitbringt:

Die Software ist der Ort, an dem der Prozess läuft. Die KI darin ist ein Baustein. Der Baustein liefert Vorschläge, der Prozess prüft, ein Mensch entscheidet.

Die Beispiele dieses Leitfadens

Das Beispiel zum bestehenden Ablauf: der Bescheid-Versand. Heute schreibt nach jeder Seminar-Anmeldung ein Mensch eine E-Mail: Begrüßung, Termine, Zugangsdaten. 3 Schritte stehen im Handbuch, 11 Sonderfälle stecken im Kopf der Kollegin. In Die Einstiege: Bestand aufnehmen oder Idee schärfen schaust Du diesem Ablauf eine Woche lang zu. Danach steht fest: Auslöser „Anmeldung eingegangen", Ergebnis „Bescheid geprüft und versendet", erste Regel „Jeder Bescheid gehört zu genau einer Anmeldung".

Das Beispiel zur neuen Idee: die Lernzusammenfassung. Die Idee: Teilnehmer bekommen nach dem Seminar eine Zusammenfassung, die auf ihre Fragen eingeht. Den Ablauf gibt es noch nicht. In Die Einstiege: Bestand aufnehmen oder Idee schärfen schreibst Du die Idee als Auftrag auf. Danach steht fest: Auslöser „Seminar abgeschlossen", Ergebnis „Zusammenfassung freigegeben und versendet", erste Regel „Kein Versand ohne Freigabe durch einen Menschen".

Bestehender AblaufNeue Idee
AusgangslageMenschen erledigen die Arbeit von Handes gibt nur die Idee
Erster Schrittzusehen und mitschreibendie Idee als Auftrag aufschreiben
Typische Falleden Ablauf am Schreibtisch neu erfindensofort ein Tool bauen
Danachbei beiden gleich: Auslöser, Ergebnis und erste Regeln festlegen

Weiter mit Grundprinzipien vor jedem Bau, wenn Du in einem Satz sagen kannst, in welcher Lage Du bist und was Dein erster Schritt ist.

Grundprinzipien vor jedem Bau

Bevor irgendetwas gebaut wird, stehen die Regeln. Die Regeln gelten für beide Wege, für jeden Schritt danach und für den ganzen Betrieb.

Regel Schutzziel Erst die Sache verstehen, dann die Technik wählen Fachmodell und Sätze Was Du nicht belegen kannst, bleibt ein offener Punkt die Dokumentation Verantwortung behält immer ein Mensch jede Freigabe nennt ihre Person

Erst die Sache, dann die Technik

Wer mit dem Tool anfängt, bekommt den Prozess, den das Tool gerade kann. Du willst den Prozess, den Deine Sache braucht. Darum ist die Reihenfolge fest:

Beispiel: Beim Bescheid-Versand war die erste Versuchung ein Mail-Tool. Erst der Satz „Jeder Bescheid gehört zu genau einer Anmeldung" zeigte, was die Technik können muss: Duplikate verhindern, egal wie oft jemand klickt.

Belegen oder offen lassen

Jede Aussage über den Prozess braucht einen Nachweis: einen Test, einen Protokolleintrag, einen beobachteten Fall. Was keinen Nachweis hat, steht als offener Punkt in der Liste. Es steht nicht als Behauptung im Text.

Beispiel: Der Satz „Der Versand dauert unter einer Minute" kam erst in die Doku, nachdem der dokumentierte Lauf es gezeigt hatte. Vorher stand er als offener Punkt in der Liste.

Verantwortung bleibt beim Menschen

Die KI liefert Vorschläge, der Prozess prüft, ein Mensch entscheidet. Diese Reihenfolge gilt an jeder KI-Stelle. Jede Entscheidung mit Tragweite nennt ihre Person.

Beispiel: Bei der Lernzusammenfassung gibt die Kursbegleitung frei. Der Name der Kursbegleitung steht in der Freigabe, mit Datum. Die KI hat den Text geschrieben. Die Verantwortung trägt der Mensch, der freigibt.

Was tragfähig, robust und sicher konkret heißen

Praxis-Beleg aus einem echten Projekt

Ein laufendes System mit 115 Dateien voller Prozessbeschreibungen: Jede Zeile hat eine Quelle, jede Regel einen Nachweis, jede offene Frage einen Platz in der Liste. Keine einzige Zeile ist geraten. Dahinter stehen genau diese Regeln.

Weiter mit Anatomie eines Prozesses, wenn Du für jede Regel sagen kannst, an welcher Stelle Deines Projekts sie wirkt.

Anatomie eines Prozesses

Bevor Du Prozesse entwirfst, brauchst Du ihre Teile und ihre Arten.

Art Auslöser Ergebnis Hauptprozess Ein Mensch startet über eine Maske steht in der Datenbank Teilprozess Ein anderer Prozess ruft ihn geht zurück an den Rufer Lauf Die Uhr startet ihn ohne Zutun eines Menschen Sicht Ein Mensch öffnet sie liest nur, ändert nichts

Die Teile: Auslöser, Schritte, Ergebnis

Fehlt ein Teil, ist es kein Prozess. Ohne Auslöser weiß niemand, wann er läuft. Ohne Ergebnis weiß niemand, wann er fertig ist.

Die Arten

Die Art bestimmt den Auslöser. Ein Lauf braucht einen Zeitplan, ein Hauptprozess eine Maske, ein Teilprozess einen Rufer.

Aufgabe oder Problem: die wichtigste Frage für KI

Eine Aufgabe ist bekannt und wiederholbar. Es gibt Beispiele, und ein neuer Kollege kann sie lernen. Ein Problem ist neu und offen. Es hat keine bekannte Lösung.

KI kann Aufgaben übernehmen. Probleme bleiben bei Menschen. Die Prüffrage lautet: Kann ich einem neuen Kollegen zeigen, wie es geht, und er kann es danach? Ja heißt Aufgabe.

Beispiele aus den Durchgangsfällen:

Weiter mit Die Einstiege: Bestand aufnehmen oder Idee schärfen, wenn Du für Deine Sache Auslöser, Schritte und Ergebnis in je einem Satz aufschreiben kannst.

Die Einstiege: Bestand aufnehmen oder Idee schärfen

Erst die Frage: Gibt es schon einen Ablauf? Die Antwort wählt den Einstieg. Am Ende steht bei beiden Einstiegen dasselbe Ergebnis.

ja nein Die erste Frage Gibt es schon einen Ablauf? bestehender Ablauf eine Woche zusehen und mitschreiben fachlicher Kern aus dem Protokoll herausziehen neue Idee als fachlichen Auftrag aufschreiben bei beiden gleich Auslöser, Ergebnis, erste Regeln

Einstieg über den bestehenden Ablauf: eine Woche zusehen

Setz Dich daneben und schreib mit, mindestens eine Woche lang. Was Du aufschreibst:

Verbesserungsideen notierst Du still und ohne Kommentar, wie in Bestehender Ablauf oder neue Idee beschrieben. Das vorhandene Handbuch liest Du danach und gleichst es mit Deinem Protokoll ab. Die Abweichungen zeigen, wo Handbuch und Wirklichkeit auseinandergehen.

Den fachlichen Kern herausziehen

Nach der Woche gehst Du das Protokoll durch, Schritt für Schritt, mit diesen Fragen:

Beispiel Bescheid-Versand: Das Handbuch kennt 3 Schritte. Das Protokoll zeigt 11 Sonderfälle dazu. Einer davon: Die Kollegin prüft vor jedem Versand, ob der Platz noch bestätigt ist. Diese Prüfung gehört zum fachlichen Kern. Aus ihr wird der Satz „Kein Bescheid ohne bestätigten Platz". Der Versand immer um 16 Uhr dagegen war Gewohnheit. Er fällt weg.

Einstieg über die neue Idee: der fachliche Auftrag

Hier gibt es nichts zu beobachten. Du schreibst die Idee als fachlichen Auftrag auf. Beantworte dazu diese Fragen:

Schreib so, dass ein Außenstehender es versteht. Keine Technik, kein Tool, kein Name eines KI-Modells. Das kommt später.

Beispiel Lernzusammenfassung: Aus 5 Stichworten („KI, Zusammenfassung, nach dem Seminar, persönlich, Kontrolle durch uns") wird dieser Auftrag: „Nach jedem Seminar bekommt jede teilnehmende Person eine Zusammenfassung, die auf ihre Fragen eingeht. Eine KI schreibt den Entwurf. Ein Mensch der Kursbegleitung prüft und gibt frei. Erst dann geht der Versand raus."

Am Ende steht bei beiden dasselbe

Bestehender AblaufNeue Idee
QuelleDein Protokoll aus der BeobachtungDein fachlicher Auftrag
Auslöser„Anmeldung eingegangen"„Seminar abgeschlossen"
Ergebnis„Bescheid geprüft und versendet"„Zusammenfassung freigegeben und versendet"
Erste Regel„Jeder Bescheid gehört zu genau einer Anmeldung"„Kein Versand ohne Freigabe durch einen Menschen"

Weiter mit Sprache zuerst: Ein Wort, eine Bedeutung, wenn Auslöser, Ergebnis und die ersten Regeln Deiner Sache auf Papier stehen.

Sprache zuerst: Ein Wort, eine Bedeutung

Fehler in Prozessen beginnen als Fehler in der Sprache. Darum kommt vor jedem Modell das Glossar.

Glossar-Begriffe Seminar Kurs Ausbildung Schulung Mensch Nutzer Kunde User Ein Wort, eine Bedeutung. Die durchgestrichenen Worte sind verboten.

Die Prüffragen

Beide Fälle erzeugen Fehler. Im ersten Fall reden die Leute aneinander vorbei, ohne es zu merken. Im zweiten Fall versteht jeder etwas anderes unter demselben Wort.

Das Glossar bauen

Für jeden Begriff schreibst Du auf:

Danach gilt: Jeder Begriff kommt überall gleich vor. In der Doku, im Code, im Prompt (dem Auftragstext an die KI), in der Maske. Wer ein neues Wort braucht, prüft zuerst das Glossar und legt den Begriff dort an.

Beispiel: In einem Team hieß derselbe Vorgang mal Anmeldung, mal Buchung, mal Registrierung. Eine Auswertung zählte Buchungen, eine andere Anmeldungen. Die Zahlen stritten seit Monaten, niemand wusste warum. Nach dem Glossar blieb „Anmeldung". Die anderen Worte sind seither verboten, und die Auswertungen stimmen überein.

Warum das bei KI doppelt zählt

Die KI übernimmt jede Ungenauigkeit und wiederholt sie tausendfach. Steht im Prompt „Seminar" und gemeint ist mal der Kurs, mal der einzelne Termin, mischt die Ausgabe beides. Das Glossar ist damit auch ein Stück KI-Sicherheit.

Weiter mit Entitäten, Identität, Zustände und die Sätze darüber, wenn Dein Glossar die zentralen Begriffe enthält und bei jedem die verbotenen Synonyme danebenstehen.

Entitäten, Identität, Zustände und die Sätze darüber

Aus den Begriffen des Glossars wird jetzt das Fachmodell: die Dinge Deiner Sache, ihre Zustände und die Sätze darüber.

So sieht ein Fachmodell aus, gezeigt am Beispiel der Lernzusammenfassung. Blau sind die Entitäten, grün die Prozesse, violett die Rolle und gold die Sätze. Die Sätze sind eigene Knoten, also eigene Kästen in der Grafik: Die Sätze sagen, was zusammengehört, was vor was kommt und wer verantwortlich ist. Später werden aus ihnen Datenbankregeln und Testfälle. Die Liste unter der Grafik erklärt jedes Element.

Fachmodell-Grafik des Durchgangsbeispiels Lernzusammenfassung Entitäten Sätze Prozesse Seminar Teilnehmende Person Lernzusammenfassung Freigabe Frage der Person Nur für besuchte Seminare Gehört zu genau einem Seminar Versand erst nach Freigabe Freigabe nennt ihre Person Rolle Kursbegleitung Entwurf erzeugen (Lauf) Zusammenfassung freigeben Freigegebene versenden (Lauf)

Entitäten finden

Entitäten sind die Dinge, die Dein Prozess speichert oder über die Zeit verfolgt. Der Test: Hat das Ding einen eigenen Lebenslauf? Dann ist es eine Entität.

Beispiel Lernzusammenfassung: Seminar, Teilnehmende Person, Lernzusammenfassung, Freigabe, Frage der Person.

Identität: was macht es eindeutig

Jede Entität braucht ein Merkmal, das sie von allen anderen unterscheidet. Ohne Identität gibt es kein „genau eines" und keine Datenbankregel.

Zustände und Übergänge

Jede Entität mit Lebenslauf bekommt Zustände. Die Lernzusammenfassung: entworfen, in Prüfung, freigegeben, versendet, verworfen.

Die Regeln dazu:

Die Sätze über den Entitäten

Die Sätze sind die Regeln des Modells. Diese Regeln sagen, was zusammengehört, was vor was kommt und wer verantwortlich ist. Beispiele:

Schreib Sätze kurz und prüfbar. Kein „sollte", kein „möglichst". Aus jedem Satz werden später eine Datenbankregel und ein Testfall. Darum stehen die Sätze in der Grafik als eigene Knoten.

Weiter mit Das Prüfraster: Sprache, Logik, Sache, Umsetzung, Recht, wenn jede Entität ihre Identität und ihre Zustände hat und die Sätze darüber aufgeschrieben sind.

Das Prüfraster: Sprache, Logik, Sache, Umsetzung, Recht

Ein Modell ohne Prüfung ist eine Vermutung. Jede Änderung am Fachmodell läuft durch das Prüfraster.

Die 5 Achsen Sprache Logik Sache Umsetzung Recht Treffer in Sache Der Bescheid konnte vor der Platzbestätigung rausgehen Jede Achse ist eine Frageliste. Jeder Treffer ist ein Fund, jeder Fund bekommt seinen Weg.

Die Achsen und ihre Fragen

Wie geprüft wird

Du gehst das Modell Achse für Achse durch. Zeigt eine Antwort einen Fehler, gibt es genau 2 Wege:

Ein Fund ohne Reparatur oder Begründung bleibt nicht stehen.

Beispiel: ein Fund aus dem Raster

Beim Bescheid-Versand deckte die Frage aus der Achse Sache einen Fehler auf: Der Bescheid konnte rausgehen, bevor der Platz bestätigt war. Die Reihenfolge war möglich, weil kein Satz sie verbot.

Die Reparatur: neuer Zustand „Platz bestätigt" und der Satz „Kein Bescheid ohne bestätigten Platz".

Das Raster als Tabelle

So sieht ein Durchlauf aus. Jede Zeile ein Sachverhalt, jede Spalte eine Achse, jeder Treffer ein Fund:

SachverhaltSpracheLogikSacheUmsetzungRecht
Bescheid vor Platzbestätigung möglichokokTrefferokok
„Buchung" und „Anmeldung" parallel im GebrauchTrefferokokokok
Anmeldeadresse als Identität der PersonokokokokTreffer

Weiter mit Rollen und Berechtigungen, wenn Dein Modell den Durchlauf durchs Raster überstanden hat und jeder Fund seinen Weg hat.

Rollen und Berechtigungen

Wer darf was tun, wer darf was sehen? Ohne diese Antwort kann jeder Aufruf alles: lesen, ändern, löschen. Diese Antwort legst Du hier fest.

Rollen Handlungen Kursbegleitung Teilnehmende Person KI-Baustein freigeben eigene Zusammenfassung lesen Entwurf erzeugen Stammdaten ändern löschen durchgezogen: erlaubt · gestrichelt: gesperrt. Was nicht erlaubt ist, ist verboten.

Rollen kommen aus dem Fachmodell

Eine Rolle ist ein Bündel von Erlaubnissen für eine Aufgabe, kein Jobtitel. Dieselbe Person kann mehrere Rollen haben, und eine Rolle kann mehrere Personen tragen.

Beispiel: Die Kollegin aus dem Sekretariat trägt die Rollen Kursverwaltung und Kursbegleitung. Die Rolle Kursbegleitung tragen insgesamt 3 Personen, damit die Freigabe auch im Urlaub läuft.

Jede Rolle entsteht aus dem Fachmodell: Gibt es eine Handlung, dann gibt es eine Rolle, die sie darf. Die Kursbegleitung existiert, weil die Freigabe jemanden braucht.

Fail-closed: ohne Erlaubnis bleibt der Weg zu

Die Grundregel heißt fail-closed. Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten. Eine neu gebaute Handlung ist zunächst für niemanden erlaubt. Dann wird sie für eine Rolle freigegeben, mit Datum und Begründung.

Die Gegenprobe für jede Frage „Darf Rolle X die Handlung Y?": Steht es in der Tabelle? Wenn nicht, lautet die Antwort nein.

Beispiel: Der neu gebaute Schritt „Bescheid erneut versenden" ist nach dem Einbau für niemanden erlaubt. Erst wenn die Kursverwaltung die Handlung für ihre Rolle freigibt, kann sie aufgerufen werden.

Datensparsamkeit und Nachweis

Beispiel: Im Protokoll der Freigabe steht: „12.09.2026, Kursbegleitung Meier, Entwurf 4711 freigegeben". Damit ist der Fall später vollständig rekonstruierbar.

Was die KI nie darf

Die KI bekommt keine Rolle mit Entscheidungsrecht. Der Baustein arbeitet innerhalb eines Schritts, mit festem Eingang und geprüftem Ausgang. Die Nie-Liste:

Beispiel: die Rollentabelle der Lernzusammenfassung

RolleDarfDarf nicht
KursbegleitungEntwürfe lesen, freigeben, verwerfenSeminardaten ändern
Teilnehmende Personeigene Zusammenfassung lesen, Fragen stellenfremde Zusammenfassungen sehen
KI-BausteinEntwurf erzeugen, Unklar meldenfreigeben, versenden, löschen, Stammdaten ändern

Weiter mit Der Prozesssteckbrief: jeder Prozess bekommt einen Ausweis, wenn für jede Handlung die erlaubte Rolle feststeht und die Nie-Liste der KI unterschrieben ist.

Der Prozesssteckbrief: jeder Prozess bekommt einen Ausweis

Jeder Prozess bekommt eine Karteikarte: den Prozesssteckbrief. Erst wenn der Prozesssteckbrief steht, existiert der Prozess. Vorher ist er eine Absicht.

Prozesssteckbrief bescheid-versand Kennung: bescheid-versand Bausteine: Anmeldung, Bescheid, Sätze, KI-Text Auslöser: Anmeldung eingegangen Art: Lauf Stand: geprüft Ergebnis: Bescheid geprüft und versendet Jede Außenbox ist ein Feld des Prozesssteckbriefs.

Die Felder des Prozesssteckbriefs

Warum die Karteikarte zuerst kommt

Der Prozesssteckbrief zwingt zu Entscheidungen, bevor gebaut wird. Diskussionen laufen über die Karteikarte, nicht über halbfertigen Code. Und jede Änderung am Prozess ist eine neue Version der Karteikarte. So bleibt nachvollziehbar, wann sich was geändert hat und warum.

Beispiel: der Prozesssteckbrief des Bescheid-Versands

FeldEintrag
Kennungbescheid-versand
ArtLauf, täglich um 3 Uhr
AuslöserAnmeldung eingegangen und Platz bestätigt
ErgebnisBescheid geprüft und versendet, Versand protokolliert
BausteineAnmeldung, Bescheid, Satz „Kein Bescheid ohne bestätigten Platz", KI-Textbaustein, Rolle Kursverwaltung
Standgeprüft

Beispiel: der Prozesssteckbrief des Freigebens

FeldEintrag
Kennungzusammenfassung-freigeben
ArtHauptprozess
AuslöserKursbegleitung öffnet einen Entwurf im Zustand „in Prüfung"
ErgebnisZusammenfassung freigegeben oder verworfen, Entscheidung protokolliert mit Name und Datum
BausteineLernzusammenfassung, Freigabe, Satz „Freigabe nennt ihre Person", Rolle Kursbegleitung
Standim Test

Weiter mit Einzelschritte und Transaktionen: der robuste Kern, wenn jeder Deiner Prozesse eine ausgefüllte Karteikarte hat.

Einzelschritte und Transaktionen: der robuste Kern

Der Prozesssteckbrief sagt, was der Prozess tut. Die Schrittfolge sagt, wie.

Schritte in fester Reihenfolge 0 Eingang speichern 1 Berechtigung prüfen (403) 2 Eingabe prüfen (422) 3 Datensatz laden (404) 4 Handlung (409) 5 Ergebnis speichern 6 Protokoll schreiben 7 Folgen auslösen 8 abschließen eine Transaktion: alles oder nichts Dauerhafte Folgen wie Mails gehen erst nach dem endgültigen Speichern (Commit) raus.

Die feste Reihenfolge

Jeder Prozess läuft in derselben Grundfolge:

Die Zahlen in Klammern sind die Statusmeldungen, mit denen ein System dem Aufrufer antwortet. Jede Zahl steht für einen bestimmten Fehlerausgang. Was jede bedeutet, steht in Fehlerfälle zuerst.

Die Reihenfolge hat Gründe. Der Eingang kommt zuerst, damit kein Auftrag verloren geht. Die Berechtigung kommt vor der Eingabeprüfung: Wer keinen Zugriff hat, bekommt auch keine Auskunft über fehlerhafte Felder. Jede Fehlermeldung würde verraten, wie der Datensatz aufgebaut ist. Die Folgen kommen ganz zuletzt, weil man eine Mail nicht zurückholen kann.

Ein Schritt, eine Handlung

Jeder Schritt tut genau eine Sache und ist einzeln testbar. Ein Schritt, der „prüft und speichert", lässt später nicht mehr erkennen, was zuerst geschah.

Die Regeln für die Transaktion

Eine Transaktion ist ein gebündelter Speichervorgang: Alles darin wird gemeinsam gespeichert oder gemeinsam verworfen.

Die Transaktion gilt alles oder nichts: Entweder steht am Ende jeder Eintrag oder keiner.

Beispiel für einen halben Zustand: Der Entwurf ist freigegeben, aber der Protokolleintrag fehlt. Niemand kann später prüfen, wer wann entschieden hat. Genau das verhindert die Transaktion: Fehlt der Protokolleintrag, rollt auch die Freigabe zurück.

Beispiel: „Zusammenfassung freigeben" Schritt für Schritt

SchrittHandlungBei Fehlschlag
0Eingang speichern: Entwurf 4711, Freigabe angefordert500: technischer Fehler, Hinweis an Kursbegleitung
1Berechtigung prüfen: Rolle Kursbegleitung?403: kein Zugriff
2Eingabe prüfen: Entwurf-Nummer vorhanden, Zustand „in Prüfung"422: Eingabe falsch
3Entwurf laden404: nicht gefunden
4Handlung: freigeben oder verwerfen409: schon freigegeben oder verworfen
5Neuen Zustand speichern500: Transaktion rollt zurück, nichts steht halb
6Protokoll: Name, Datum, Entscheidung500: Transaktion rollt zurück
7Folgen: Zustand „freigegeben" aktiviert den Versand-LaufVersand-Lauf holt beim nächsten Mal ab
8Abschließen: Maske zeigt das ErgebnisHinweis mit Fehlerausgang

Weiter mit Fehlerfälle zuerst, wenn die Schrittfolge steht und die Klammer um die Transaktion gezogen ist.

Fehlerfälle zuerst

Der Normalfall ist der leichte Teil. Ob der Prozess robust ist, zeigt sich, wenn etwas schiefgeht. Darum werden die Fehlerwege vor dem Bau festgelegt, nicht danach geflickt.

Schritte Fehlerausgänge Eingang speichern Prüfungen Handlung Versand 403 kein Zugriff 422 Eingabe falsch 404 nicht gefunden 409 fachlicher Konflikt 429 zu viele Anfragen 500 technischer Fehler Idempotenz gleicher Aufruf noch einmal: kein Duplikat Jeder Schritt hat seine Fehlerausgänge. Kein stiller Absturz, keine weiße Seite.

Jeder Fehler bekommt seinen Ausgang

Kein Fehler endet in einer weißen Seite. Kein Fehler verschwindet ohne Meldung. Jeder Ausgang sagt dem Aufrufer, was los ist, und schreibt ins Protokoll.

Idempotenz: der zweite Klick legt nichts doppelt an

Wiederholungen kommen vor, täglich:

Die Antwort ist Idempotenz. Jeder Vorgang bekommt eine Kennung. Kommt derselbe Vorgang noch einmal, erkennt der Prozess die Kennung und legt nichts doppelt an. Er meldet das vorhandene Ergebnis zurück.

Beispiel: Die Kursbegleitung klickt „freigeben" zweimal, weil die Maske hakt. Ergebnis: eine Freigabe, ein Protokolleintrag. Der zweite Klick bekommt die Antwort „ist schon freigegeben".

Der gespeicherte letzte Versuch

Bei wiederholbaren Handlungen steht der Zeitpunkt des letzten Versuchs im Datensatz. Es hat diese Wirkungen:

Beispiel: mehrere Wege durch denselben Prozess

Weiter mit Wo KI hineinpasst und wo nicht, wenn für jeden Schritt Deines Prozesses die Fehlerwege auf dem Papier stehen.

Wo KI hineinpasst und wo nicht

Jetzt erst kommt die KI. Der Prozess steht bereits: Modell, Rollen, Schritte, Fehlerwege. Die KI bekommt genau abgegrenzte Stellen darin.

Auslöser Anmeldung eingegangen Schritt Daten laden KI-Baustein Textentwurf Mensch Prüfung Schritt Versand gültiges Ergebnis Unklar Beträge, Fristen, Rechte: berechnet, nie generiert. Meldet der Baustein Unklar, prüft ein Mensch.

Die Prüffragen für eine KI-Stelle

Alle Antworten Ja: Die Stelle ist ein KI-Kandidat. Eine Antwort Nein: Die Stelle bleibt deterministisch (fest berechnet, immer mit demselben Ergebnis) oder beim Menschen.

Was deterministisch bleibt

Alles, was exakt sein muss, wird berechnet, nie generiert:

Eine KI, die Beträge formuliert, wird irgendwann einen erfinden. Darum schreibt sie nur den Text um die Zahlen herum. Die Zahlen selbst kommen aus festen Abfragen.

Die KI als Baustein mit unsicherem Ausgang

Der Baustein bekommt einen festen Eingang und liefert einen Ausgang, den der Prozess prüft. Unklar ist ein gültiges Ergebnis mit eigenem Weg. Die KI ersetzt einen Schritt im Prozess, nie den ganzen Prozess.

Die Stationen einer KI-Stelle

Aufgabe fester Eingang Briefing gebauter Auftrag Warteschlange entkoppelt KI-System führt aus Entwurf ungeprüft Kritiker prüft, entscheidet Freigabe weiter im Prozess Neu-Erstellung definierte Änderung Ablehnung: Durchlauf n+1 Telemetrie Quoten, Zeiten, Kosten Die Neu-Erstellung präzisiert das Briefing. Die Telemetrie schärft die Prüfung des Kritikers nach.

Lehnt der Kritiker ab, folgt keine blinde Wiederholung. Die Neu-Erstellung legt zuerst die Änderung fest: Briefing präzisiert, Parameter geändert oder Modell gewechselt. Erst dann läuft der Durchlauf erneut.

Das Briefing: gebaut, nicht formuliert

Der Auftragstext an die KI heißt Briefing. Er entsteht aus Schichten, die Du bereits gebaut hast:

Keine dieser Schichten wird frei formuliert. Definiere im Briefing das Ergebnis und den Kontext klar und lass der KI Raum bei der Umsetzung. Zu viele Einzelvorgaben widersprechen sich irgendwann, und die KI muss raten, was zuerst gilt. Braucht die Aufgabe Wissen aus eigenen Dokumenten, holt ein vorgeschalteter Suchschritt die passenden Stellen aus Deinem Bestand, bevor geschrieben wird.

Beispiel Bescheid-Versand: Aufgabendefinition „Anschreiben formulieren", Richtlinie „Kein Bescheid ohne bestätigten Platz", Ausgabe-Struktur „Begrüßung, Termine, Zugangsdaten", Profil „Ton der Kursverwaltung".

Beispiel: die KI-Stelle im Bescheid-Versand

Die Aufgabe: Aus Seminar, Terminen, Zugangsdaten und Textbausteinen ein Anschreiben formulieren. Abgegrenzt? Ja, Eingang und Ausgang stehen im Prozesssteckbrief. Fehlschlag erkennbar? Ja: leerer Text, falsches Datum, falsches Seminar fallen bei der Prüfung auf. Mensch kann prüfen? Ja, die Kollegin liest jeden Entwurf im Stichproben- und Review-Verfahren aus KI-Bausteine messbar machen.

Das Gegenbeispiel: „Die KI soll über Wartelistenplätze entscheiden." Kein klares Prüfmaß, keine abgegrenzte Aufgabe, große Tragweite. Das ist ein Problem im Sinne von Anatomie eines Prozesses. Es bleibt beim Menschen.

Weiter mit KI-Bausteine messbar machen: Gold, Konfidenz, Review, wenn Du die Prüffragen für jede Stelle beantwortet hast und jede Nein-Antwort ihren festen Platz hat.

KI-Bausteine messbar machen: Gold, Konfidenz, Review

Bevor ein KI-Baustein arbeiten darf, stehen seine Zahlen.

Baustein erzeugen Messung messen gegen den Goldstandard Entscheid prüfen an der Schwelle Mensch freigeben Unklar-Ausgang Unklar: Review durch einen Menschen Unklar ist ein gültiges Ergebnis. Der Review-Pfad führt zu einem Menschen und zurück in den Goldstandard.

Der Goldstandard

Der Goldstandard ist eine Sammlung von Beispielen: Eingang und erwarteter Ausgang, von einem Menschen geprüft und für richtig befunden. Die Beispiele kommen aus echten Fällen, auch aus den schiefen.

Beispiel: 20 geprüfte Bescheid-Texte. Darunter der Normalfall, die Anmeldung mit Sonderwunsch, der Fall mit fehlendem Termin. Jeder Text hat die Freigabe der Kollegin.

Qualitätsziel und Schwelle

Vor dem ersten Lauf legst Du das Qualitätsziel fest: Ab wann ist der Baustein gut genug? Etwa: 19 von 20 Goldstandard-Fällen ohne fachlichen Fehler. Und Du legst fest, was passiert, wenn er darunter liegt: Der Baustein geht nicht live, die Stelle läuft weiter manuell.

Die Schwelle steht schriftlich, bevor die KI das erste Mal läuft. Wer die Schwelle erst nach dem Messen festlegt, passt sie dem Ergebnis an.

Konfidenz und der Unklar-Ausgang

Der Baustein meldet zu jedem Ergebnis seine Konfidenz: wie sicher er sich ist. Unter der Schwelle gilt: Er meldet Unklar, statt zu raten. Unklar ist ein gültiges Ergebnis. Es hat einen eigenen Weg im Prozess, und der Weg führt zu einem Menschen.

Der Review-Pfad

Für die Unklar-Fälle und die Stichproben steht der Review-Pfad:

Die Review-Ergebnisse fließen zurück in den Goldstandard. Jeder geprüfte Fall macht die Messung genauer. So wird der Baustein belegbar besser, statt gefühlt besser.

Regeln, Filter und Grenzwerte

Die Prüfung am Review-Pfad läuft gegen feste Instrumente:

Die formale Vorprüfung kann ein zweites KI-System übernehmen. Die Entscheidung mit Tragweite bleibt beim Menschen, wie in Grundprinzipien vor jedem Bau festgelegt.

Telemetrie: die Zahlen des Betriebs

Für jede KI-Stelle misst der Prozess im Betrieb:

Diese Zahlen zeigen, ob der Baustein besser wird. Mit ihnen schärfst Du Schwelle und Grenzwerte nach, und sie liefern das Material für das Beobachten und Nachjustieren in Supervision, lebende Dokumentation und Produktionsreife.

Weiter mit KI sicher einbetten, wenn Goldstandard, Schwelle und Review-Pfad schriftlich stehen.

KI sicher einbetten

Der Baustein ist gemessen. Jetzt bekommt er seine Schutzregeln. Die Regeln gelten für jede KI-Stelle, ohne Ausnahme.

Schutzregeln um den Baustein Baustein KI nur nötige Daten in den Prompt Ausgabe gilt als unsicher Protokoll: Zeitpunkt und Bezug Modell und Version schriftlich Ausfallweg kontrollierter Stopp oder Ersatzweg

Ein- und Ausgabe gelten als unsicher

Alles, was zur KI geht und von ihr kommt, wird behandelt wie eine Eingabe aus dem Internet: prüfen, begrenzen, nie ungeprüft weiterreichen. Kein KI-Text geht direkt in eine Mail. Kein KI-Wert geht direkt in die Datenbank. Dazwischen steht immer die Prüfung des Prozesses.

Datensparsamkeit im Prompt

In den Prompt kommen nur die Daten, die die Aufgabe braucht.

Beispiel Bescheid-Text: Im Prompt stehen:

Nicht dabei:

Daten, die die KI nicht bekommt, kann sie auch nicht weitergeben.

Protokoll und Modellfestlegung

So bleibt der Baustein austauschbar: Morgen ein anderes Modell, derselbe Prozess, dieselben Prüfungen, derselbe Goldstandard.

Intern oder extern: die Datenregeln entscheiden

Der Standardweg ist ein Modell auf der eigenen Umgebung: Die Daten bleiben im eigenen Haus, die Kosten bleiben kalkulierbar. Ein externer Anbieter ist eine bewusste Option je Aufgabe. Vor jedem externen Aufruf stehen die Datenregeln:

Beispiel: Seminarname, Termine und Anrede im Bescheid-Text sind als versendbar klassifiziert. Zahlungsdaten und interne Notizen sind es nicht. Beide kommen in keinen externen Prompt, wie in der Datensparsamkeit oben festgelegt.

Der Ausfallweg

Antwortet die KI nicht, dauert sie zu lange oder liefert sie Unsinn, gilt der festgelegte Ausfallweg:

Der Prozess darf nie hängen. Und er darf nie raten.

Beispiel: Beim Lauf der Lernzusammenfassung ist die KI nicht erreichbar. Der Lauf protokolliert „übersprungen, KI nicht erreichbar", die Kursbegleitung bekommt einen Hinweis, und kein halbfertiger Entwurf geht raus. Beim nächsten Lauf holt der Prozess die fehlenden Entwürfe nach.

Weiter mit Umsetzung mit Nachweis, wenn die Schutzregeln stehen und der Ausfallweg einmal probehalber durchgespielt wurde.

Umsetzung mit Nachweis

Aus dem Modell wird ein laufendes System. Der Weg ist vorgezeichnet: Wer die vorherigen Schritte gearbeitet hat, setzt hier nur noch um, was auf dem Papier steht.

Quelle Fachmodell wird Datenbankschema wird geprüft durch Tests Beleg dokumentierter Lauf Jede Tabelle aus einer Entität, jedes Feld aus einer Eigenschaft, jede Regel aus einem Satz. Wer beim Bau raten muss, geht zurück ins Fachmodell.

Die Ableitung aus dem Fachmodell

Geht das nur mit Raten, fehlt etwas im Fachmodell. Dann führt der Weg zurück zu Entitäten, Identität, Zustände und die Sätze darüber, nicht ins Improvisieren im Code. Geratener Code hat keine Quelle. Ohne Quelle kann niemand prüfen, ob er stimmt.

In kleinen Schritten bauen

Ein Prozess nach dem anderen. Ein Schritt nach dem anderen. Jeder Schritt ist einzeln lauffähig und getestet, bevor der nächste kommt. Wer mehrere Schritte auf einmal baut, kann am Ende nicht sagen, welcher davon funktioniert.

Testen in beide Richtungen

Für jeden Schritt gibt es Tests in beide Richtungen:

Beispiel: Die Testmatrix des Freigebens prüft:

Der dokumentierte Lauf

Am Ende steht der dokumentierte Lauf: ein Lauf auf der Entwicklungsumgebung mit echten Daten. Er wird protokolliert und an die Doku angehängt: Was lief, mit welchen Daten, mit welchem Ergebnis, wann. Erst dann gilt der Prozess als fertig gebaut. „Läuft bei mir" gilt nicht. Der dokumentierte Lauf gilt.

Weiter mit Supervision, lebende Dokumentation und Produktionsreife, wenn der dokumentierte Lauf steht und die Testmatrix grün ist.

Supervision, lebende Dokumentation und Produktionsreife

Gebaut ist nicht betrieben. Bis zum Betrieb fehlen noch:

unterschrieben freigegeben strittig dokumentieren supervisieren Tor zur Produktion Gate: kein offener Punkt ohne Entscheidung bei Streit eskalierte Punkte entscheiden Betrieb beobachten und nachjustieren Jede Änderung am Prozess ändert im selben Zug Doku, Modell und Tests.

Supervision: ein zweiter Mensch gleicht alles mit den Quellen ab

Bevor etwas live geht, gleicht ein zweiter Mensch jede Beschreibung mit den Quellen ab: mit dem Fachmodell, mit den Tests, mit dem dokumentierten Lauf. Die Prüffragen:

Was strittig ist, wird eskaliert: entschieden, datiert, begründet.

Kein Inhalt ohne Quelle

Jede Zeile der Dokumentation nennt ihre Quelle: Fachmodell, Test, Lauf-Protokoll oder Eskalationsentscheidung. Zeilen ohne Quelle fliegen raus oder werden belegt. Das ist dieselbe Regel wie in Grundprinzipien vor jedem Bau, hier als Dauerzustand.

Das Gate zur Produktion

Vor dem Livegang steht das Gate. Durch geht nur, was alles erfüllt:

Das Gate heißt: Eine benannte Person bestätigt schriftlich, dass alle Punkte erfüllt sind.

Lebende Dokumentation im Betrieb

Im Betrieb heißt es: beobachten, messen, nachjustieren. Jede Änderung am Prozess ändert im selben Zug Doku, Modell und Tests. Eine Doku, die nicht mitzieht, beschreibt einen Prozess, den es nicht mehr gibt. Wer ihr vertraut, baut auf falschen Angaben auf.

Beispiel: ein eskalierter Punkt

Die Supervision fand: „Die KI leitet die Anrede aus dem Vornamen ab." Strittig, weil Namen nicht eindeutig sind. Die Entscheidung: Die Anrede kommt aus den Stammdaten (den Grunddaten der Person), das Feld ist Pflicht, die KI bekommt sie fertig geliefert. Datiert, begründet, im Fachmodell nachgezogen, Test ergänzt.

Der ganze Weg

Damit steht der vollständige Pfad: von der Idee oder dem bestehenden Ablauf über Sprache und Fachmodell, über Design und Fehlerwege, über die gemessene und abgesicherte KI bis zum belegten Betrieb. Der Prozess am Ende ist dokumentiert, geprüft, belegt und betriebsfähig.

Der Leitfaden ist damit zu Ende. Der Prozess läuft weiter: beobachten, messen, nachjustieren.